Urner Skilegende Walter Tresch verstorben

04. September 2026‚ von  Mathias Fürst, Urner Wochenblatt

Er war einer der ganz Grossen der Urner Sportgeschichte. In den 1970er-Jahren löste er, gemeinsam mit Bernhard Russi, in Uri eine eigentliche Ski-Euphorie aus. Am vergangenen Wochenende ist Walter Tresch im Alter von 78 Jahren gestorben.

Walter Tresch war einer der erfolgreichsten Urner Skirennfahrer.
Walter Tresch war einer der erfolgreichsten Urner Skirennfahrer.

Walter Tresch wurde am 4. Mai 1948 in Bristen/Maderanertal ge-boren und wuchs mit vier Geschwistern auf. 1966 begann seine eigentliche Skirennfahrerkarriere mit der direkten Qualifikation in St. Moritz für das C-Kader der Schweizer Skinationalmannschaft. In den folgenden Jahren entwickelte er sich zu einem vielseitigen und erfolgreichen Skirennfahrer. Zwischen 1968 und 1978 bestritt er über 200 Weltcup- und Europacuprennen. Anschliessend absolvierte er zwischen 1978 und 1980 rund 70 Profi-Parallelrennen in Nordamerika.

Erfolgreiche Weltcupkarriere
An den Weltmeisterschaften 1972 in Sapporo, die in die Olympischen Spiele integriert waren, gewann Walter Tresch Silber in der Kombinationswertung. Im Weltcup fuhr er bis zu seinem Karriereende im Jahr 1978 in jeder Disziplin mindestens einmal unter die ersten drei. Der Bristner, der zu den besten Kombinierern seiner Zeit gehörte, fuhr zu insgesamt vier Weltcupsiegen.
Am 16. Januar 1971 gewann Walter Tresch im Alter von 22 Jahren die legendäre Lauberhorn-Abfahrt. Allerdings nicht auf der Originalstrecke, sondern wegen Schneemangels im Berner Oberland  in St. Moritz. 1976 holte sich Walter Tresch als erster Schweizer den Sieg in der Kombination in Kitzbühel. Im gleichen Jahr siegte er auch in der Kombination in Garmisch-Partenkirchen und 1977 in der Kombination in Wengen. Insgesamt stand er 14 Mal auf einem Weltcuppodest. Neben seinen internationalen Erfolgen wurde Walter Tresch auch viermal Schweizermeister.
Gegenüber dem «Urner Wochenblatt» sagte Walter Tresch einmal, dass der Sieg in Kitzbühel neben jenem in Wengen der wichtigste in seiner Karriere gewesen sei. «In Kitzbühel hat der Rennsport einen ganz besonderen Status. Mit einem Sieg bleibt man dort gewissermassen unsterblich.»
 
Einsatz für den Sportnachwuchs in  seiner  Heimatgemeinde Walter Tresch hat auch nach seiner aktiven Karriere als Skirennfahrer Spuren hinterlassen. Mit der nach ihm benannten Stiftung förderte er junge Sportlerinnen und Sportler aus seiner Heimatgemeinde sowie Projekte, die dem Sport dienen. Ausserdem spricht die Stiftung jedes Jahr einen Beitrag an den Nachwuchs des Urner Skiverbands.
Walter Tresch lebte zwar seit vielen Jahren in Graubünden, hat aber seine Heimat offensichtlich nie vergessen. Dort, wo er mit den vom Vater gezimmerten Skiern die schneebedeckten Hänge im Maderanertal hochstieg, um eine kurze Abfahrt zu erleben. Es war der Start einer unvergleichlichen Urner Skikarriere.
Walter Tresch ist am Samstag, 29. August, nach längerer Krankheit im Beisein seiner Familie zu Hause friedlich eingeschlafen, wie seine Familie mitteilt. Er hinterlässt seine Frau, vier Kinder und sechs Grosskinder. Die Abdankung findet im engsten Kreis der Familie statt.
QUELLE: Mathias Fürst, Urner Wochenblatt